Suit up! – We’re going to the races…

Pferderennen sind in Deutschland eher ein Event für die „Upper Class“.  Für Australier ist ein Nachmittag an der Galopprennbahn ein ganz normaler Wochenendausflug, fast wie ein Nachmittag im Fußballstadion.  Da wir ein paar Freitickets für den Black Opal Stakes Race Day bekommen haben, machen auch wir uns am frühen Nachmittag auf zur Rennbahn im Thoroughbred Park im Norden Canberras.

Anders als im Fußballstadion, macht man sich auch hier in Australien zum Pferderennen schick. Hemd und Anzug für die Männer, ein schickes Kleid für die Frauen, und gaaaanz wichtig – der Hut oder ein anderer Firlefanz im Haar darf nicht fehlen.

Black_Opal_5

Schon auf dem Parkplatz entdecken wir die ein oder andere Dame die stolpernd das Auto verlässt. Ob das wohl nur an den viel zu hohen Absätzen liegt…? Wir beeilen uns, denn gleich startet der erste Lauf von insgesamt acht Rennen über Distanzen zwischen 1000 und 2000 m. Das Areal am Thoroughbred Park ist riesig. Wir machen es uns auf der Grünfläche direkt an der Laufbahn mit einer Decke und einem mitgebrachtem Lunchpaket gemütlich. Hinter uns liegt die große Zuschauertribüne. Für die Kinder sind an einer Ecke eine Hüpfburg und andere Aktionen aufgebaut. Ein paar Meter weiter spielt eine Band passende Countrymusik – eine echtes Familienevent. Gespannt schauen wir uns den ersten Lauf an.

In der darauf folgenden Pause machen wir einen Abstecher zu den Stallungen, wo die Pferde auf ihren Einsatz warten. Vor jedem Lauf werden die teilnehmenden Pferde dann zu einem Platz vor der Haupttribühne geführt, damit die wettlustigen Zuschauer ihren Favoriten genauer unter die Lupe nehmen können.

Top die Wette gilt!

Pferdewetten: Das ist wohl ein Hauptgrundgrund für viele Australier sich zur Rennbahn zu begeben. Was wir vorher auch nicht wussten: Australier sind wettsüchtig. Überall findet man Sportwetten-Läden und in den Kneipen gibt es oft komplett abgetrennte Bereiche mit Fernsehern, auf denen den ganzen Tag Pferderennen ausgestrahlt werden. Daneben stehen oft dutzende Spielautomaten, von den Australiern liebevoll „Pokies“ (kurz für Poker Machines) genannt. So hält das Land einige traurige Rekorde: Australien hat die meisten einarmigen Banditen pro Kopf und ein Erwachsener verliert pro Jahr knapp 1200 € beim Wettspiel, internationaler „Bestwert“!

Wir sind zwar nur zum Spaß beim Pferderennen, doch zumindest eine kleine Wette wollen wir auch platzieren. Mit ihrer langjährigen Reiterfahrung sucht sich Claudia ein Pferd für den nächsten Lauf aus. Wir wollen auf die Nummer 15 setzen, Zuzzudio, ein fuchsbraunes, sportliches Rennpferd.  Wir setzen unseren Wetteinsatz „Each Way“, d.h. wir gewinnen wenn unser Pferd auf den Plätzen eins, zwei oder drei landet. 15 Pferde sind am Start dieses Laufs über 1400 m. Wir stehen direkt an der langen Zielgeraden und sehen wie die Pferde aus der Kurve geschossen kommen. Und tatsächlich, unser Zuzzudio ist auf Platz 3  in einer guten Position als er an uns vorbei galoppiert. Doch dann passiert es! Kurz vor der Ziellinie zieht Nummer 12 an Zuzzudio vorbei und wir gehen leer aus. Dafür gewinnt aber einer unserer Freunde beim nächsten Lauf und spendiert eine Runde Bier!

Neben muskulösen Rennpferden geht es beim Pferderennen auch um sehen und gesehen werden. Und so findet vor dem Hauptlauf noch eine Modenschau statt. Sowohl Damen als auch Herren präsentieren teils skurrile Outfits.

Nach einem abwechslungsreichen Nachmittag an der Pferderennbahn machen wir uns wieder auf den Heimweg. Neben uns stolpern ein paar angetrunkene Damen in ihren Very-High-Heels zum Ausgang. Auch der übermäßige Konsum von Alkohol gehört anscheinend zum Event dazu! Wer hätte gedacht, dass wir hier in Australien mal ein Pferderennen besuchen werden? In Deutschland hätten wir das wohl nicht gemacht…

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