Road Trip – Day 10 & 11

1.1.17: Melbourne, VIC – Great Ocean Road, VIC – Ballarat, VIC

2.1.17: Ballarat, VIC – Albury, NSW – Kingston, ACT

Ein neues Jahr hat begonnen und für uns wird es Zeit weiter zu ziehen. Heute werden wir die Great Ocean Road entlang fahren. Wir hoffen, dass zumindest die Australier nach der Silvesternacht erstmal ausschlafen und der 1. Januar somit ein ganz guter Tag für einen Besuch dieses einzigartigen Küstenabschnitts ist.  Rund 7 Millionen Touristen besuchen jährlich die Great Ocean Road. Die Chancen diesen Küstenabschnitt einmal ohne großen Touristen-Trubel zu erleben sind also eher gering. Am 2. Januar heißt es für uns dann Abschied nehmen von der Küste. Auf dem schnellsten Weg geht es dann von Ballarat wieder zurück nach Canberra.

map10

Von Melbourne starten wir in Richtung Südwesten und stoßen nach gut 1 ½ h schließlich in Anglesea auf die Great Ocean Road. Wir besorgen uns erstmal Frühstück, das wir kurze Zeit später an einem Aussichtpunkt genießen. Noch ist es hier eigentlich ähnlich wie an den Küstenabschnitten, die wir bereits kennen.

Aber schon bald macht die Great Ocean Road ihrem Namen alle Ehre und schlängelt sich in Kurven die Küste entlang. Unsere Rechnung scheint aufzugehen, denn bisher ist tatsächlich nicht viel Verkehr auf der engen Küstenstraße. Nur in den Ortschaften ist es etwas voller. Die Bucht von Apollo Bay bleibt trotz der vielen Urlauber heute leer, denn das Wetter ist heute Mal wieder typisch Melbourne: Sonne, Wolken, Wind und leichter Regen wechseln sich ab. Hier in Apollo Bay befinden wir uns gerade in der Phase „Wolken und leichter Regen“.

Ganz untypisch für eine Ocean Road führt uns die Straße westlich von Apollo Bay ein Stück zurück ins Landesinnere. Wir fahren durch teils dichten Wald und entdecken auf einem der „Gumtrees“ einen Koala, direkt über der Straße.

Zurück an der Küste, erreichen wir den spannendste Abschnitt der Great Ocean Road: Steile Felsküste und einzeln stehende, vom Meer umspülte Felsformationen. Das erste Highlight sind die Gibson Steps. Hier kann man auf einer schmalen Treppe hinunter zum Strand herabsteigen und die ersten gelben Felsformationen aus Kalkstein bestaunen. Leider sind wir nicht die einzigen, die den Abstieg wagen…

1 km weiter erreichen wir dann das Highlight der Great Ocean Road: die Twelve Apostels (zwölf Apostel). Von weitem könnte man allerdings fast meinen, man laufe auf die Chinesische Mauer zu, so bevölkert ist der Weg, der vom Parkplatz zu den Klippen führt. Als wir selbst den Pfad entlang laufen, merken wir, dass der Begriff Chinesische Mauer die Szenerie tatsächlich noch besser beschreibt als gedacht 🙂 Uns wird klar: Es gibt da eine Sache, an die wir nicht gedacht haben! Für die Chinesen beginnt das neue Jahr nicht heute, am 1. Januar, sondern erst Ende Januar bis Mitte Februar. Hunderte Chinesen scheinen sich heute mit Touri-Bussen von Melbourne hierher karren zu lassen.

Wir kämpfen uns durch die Menschenmassen zu den besten Aussichtspunkten auf die Twelve Apostels. Der Blick auf die bis zu 60 m hohen Kalkfelsen ist beeindruckend schön, insbesondere wenn sie von der Sonne angestrahlt werden. Tatsächlich stehen heute aber keine zwölf Felsen sondern nur noch acht. Ob es überhaupt jemals 12 Felsen waren ist unbekannt. Unsere Recherchen jedenfalls ergeben, dass es zumindest zum Zeitpunkt der Namensgebung bereits nur 9 Apostel waren, die den schroffen Wellen trotzten.  Im Juli 2005 ist einer davon eingestürzt und vom Meer weggespült worden. Das gleiche Schicksal droht den verbleibenden acht früher oder später wohl auch.

Nur 2 km weiter warten die nächsten spannenden Felsformationen, die wie die Twelve Apostels auch einen bezeichnenden Namen haben. Tom and Eva, waren noch bis Juni 2009 über eine Brücke miteinander verbunden und wurden damals noch Island Archway genannt. Warum die beiden einzelnen Felsen nun Tom und Eva heißen, verraten wir euch im übernächsten Abschnitt.

Ein paar Meter weiter wird der Razorback gerade von der Sonne angestrahlt. Wie eine Rasierklinge erheben sich die langgezogenen Felszacken aus der rauen Brandung.

Vom selben Parkplatz gehen wir über Treppen hinunter in die Loch Ard Gorge. Eine Schlucht, in der ein wunderschöner Strand liegt. Benannt wurde die Schucht nach dem Segelschiff Loch Ard, das 1878 ganz in der Nähe nach dreimonatiger Seefahrt von Großbritannien nach Melbourne kurz vor dem Ziel auf Grund lief und sank. Nur zwei Passagiere konnten sich an Land retten: der Schiffsjunge Tom Pearce und Eva Carmichael, die mit ihrer irischen Familie nach Australien auswandern wollte.

Wir fahren ca. 15 min weiter an der Great Ocean Road entlang, um die nächsten spannenden Felsen zu besuchen. The Arch ist wie der Name schon sagt ein kleiner Bogen, der vom Meer umspült wird. Inzwischen sind die Touri-Busse wieder auf dem Weg zurück nach Melbourne und wir genießen die zurückgewonnene Ruhe. Da wir heute im ca. 2 Autostunden entfernten Ballarat übernachten werden, können wir uns Zeit lassen und haben die restlichen Felsen fast für uns allein.

Nur 500 m weiter wartet schon der nächste Felsbogen: London Arch. Bis 1990 war diese mächtige Felsbrücke noch über einen weiteren Bogen mit dem Festland verbunden und trug den Namen London Bridge (nach der Londoner Brücke über die Themse). Über die Verbindung durfte man sogar noch auf den im Meer liegenden Felsen laufen. Mit einem Einsturz rechnete damals anscheinend niemand. Als es dann aber passierte, befand sich zum Glück gerade niemand auf dem Verbindungsstück. Zwei Touristen hielten sich allerdings gerade auf dem noch heute stehenden Felsen auf und waren dort gefangen. Es dauerte Stunden bis sie endlich von Helikoptern gerettet wurden.

Unseren letzten Stopp machen wir bei The Grotto. Über eine Treppe gelangen wir hinunter zu einem Loch im Felsen, das tatsächlich ein bisschen an eine Felsgrotte erinnert. Pünktlich zum Abschluss unserer Tour, beginnt es zu regnen. Allerhöchste Zeit zu gehen!

Zwei Stunden später erreichen wir die ehemalige Goldgräberstadt Ballarat. Heute ist Ballarat immerhin die drittgrößte Stadt Victorias. Wir übernachten stilvoll in einem alten Gebäude mit typisch australischem Balkon, direkt gegenüber des früheren Goldtauschladens.

Am nächsten Morgen treten wir den Rückweg nach Canberra an. Diesmal nehmen wir den schnellsten Weg durch das Landesinnere. Kurz bevor wir den Hume Highway erreichen, entdecken wir auf der Karte einen Ortsnamen der uns bekannt vorkommt: Carlsruhe. Da nehmen wir doch glatt einen kleinen Umweg gerne in Kauf, um der australischen Version der Fächerstadt einen Besuch abzustatten. Tatsächlich wurde der kleine Ort nach der deutschen Stadt Karlsruhe (damals ebenfalls Carlsruhe geschrieben) benannt. Von Schloss und Fächer fehlt allerdings jede Spur. Im Jahr 1873 errichtete Charles Ebden hier eine Farm und später eine Siedlung, die er nach der Stadt Karlsruhe benannte, wo Ebden einen Teil seiner Schulzeit verbracht hatte. Mit weniger als 500 Einwohnern ist Carlsruhe allerdings schnell besichtigt.

Die verbleibenden 7,5 Stunden Fahrt durch Victoria und New South Wales zurück in das Australian Capital Territory gestalten sich nicht besonders abwechslungsreich. Kilometerweit fahren wir mit konstanter Höchstgeschwindigkeit (110 km/h) durch das trockene, australische Hinterland und sind froh endlich Canberra zu erreichen. Nach insgesamt 2.878 Kilometern findet unser Road Trip hier sein Ende. Es bleiben die beeindruckenden Erinnerungen an das, was wir in den vergangen 11 Tagen alles erlebt und gesehen haben.

20170102_205527

Advertisements

One thought on “Road Trip – Day 10 & 11

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s