Wo sich Platypus und Koala “Gute Nacht” sagen…

tidbinbilla_003Heute ist es endlich soweit – das erste Mal setzen wir uns hier selbst hinters Steuer und wagen uns in den australischen Linksverkehr! Der Mietwagen unserer Wahl: ein Mitsubishi Outlander, das perfekte Fahrzeug um raus aus der Stadt und rein ins Naturreservat zu fahren.

Um exotische Vögel und Kängurus zu sehen muss man die Innenstadt von Canberra gar nicht erst verlassen. Und auch um andere typische australische Tiere in freier Wildbahn zu sehen, muss man nicht weit fahren.

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Im Tidbinbilla Nature Reserve, nur eine halbe Autostunde südwestlich von Canberra, machen wir uns auf die Suche nach australischem Wildlife.

„Wo Jungen zu Männern werden…“

Der Begriff Tidbinbilla kommt ursprünglich aus der Sprache der Aboriginies und bedeutet so viel wie “Wo Jungen zu Männern werden”. Heute stehen die Eukalyptuswälder und Berge südwestlich von Canberra unter Naturschutz, denn hier gibt es Arten, die auf dem ganzen Kontinent nur noch selten zu finden sind. Klar, dass es heute weniger die Menschen, sondern vielmehr die Tiere sind, die hier aufwachsen.

Beware European(s)…

tidbinbilla_010Das erste Tier mit dem wir – zumindest auf Warnschildern – konfrontiert werden, gehört definitiv nicht zu den schützenswerten australischen Tieren. Beware of European Wasps warnen uns Schilder am Eingang zum Naturreservat. Offensichtlich sind wir nicht die einzigen europäischen Einwanderer, die es bis hierher geschafft haben. Die europäische Wespe ist auch schon da und eine genauso unerwünschte Pest wie die „German Cockroach“, die sich in den warmen Städten äußerst wohl fühlt.

Vor unseren schwarz-gelben „Bekannten“ brauchen wir uns heute aber nicht zu fürchten, denn es ist Winter und da sind weder Wespen noch die hier sonst sehr verbreitete und hochgiftige Brown Snake aktiv. So können wir uns bedenkenlos in die Tiefen des australischen Buschs vorarbeiten.

Ab durch die Hecke…

Schon nach einer kurzen Wanderung haben wir das Glück ein sehr seltenes und kleines Känguru live und in Farbe zu erleben. Das Brush-Tailed Rock-Wallaby findet man nur noch in wenigen Regionen im Südosten Australiens. Hier im Dickicht des Tidbinbilla fühlen sich die Kleinen aber offensichtlich sehr wohl und posieren auch mal für ein Foto.

Weiter geht unsere Wanderung entlang mehrerer kleiner Wasserbecken, die das Zuhause etlicher Wasservögel sind. Wir treffen einen Ranger, der uns zeigt, welche Wasservögel besonders interessant und selten sind.

Ihn kann man hier beinahe jeden Tag treffen, denn er ist Rentner und hat es sich zur Aufgabe gemacht, seine geliebte Natur zu schützen und Besuchern wie uns die Tierwelt näherzubringen.

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Wir freuen uns, den Little Pied Cormoran wiederzusehen – ein wie wir finden witziger Zeitgenosse! Diesmal treffen wir ihn in guter Gesellschaft einer „Punk“-Ente an. Mit ihrem schwarzen Irokesenschnitt stiehlt sie dem Fischfresser glatt die Show. Und der Rentner-Ranger setzt sogar noch einen drauf…

Vorsicht, giftige Männchen!

Auf verschlungenen Wegen führt er uns an einen kleinen See in dem er heute schon ein ganz besonderes Tier gesehen hat: Das einzige Säugetier, dass Eier legt und giftig ist – das Platypus (Schnabeltier). Aber „No Worries” scherzt er, „nur die Männchen sind giftig!“ Sie haben einen giftigen Stachel, mit dem man besser keine Bekanntschaft machen sollte.

An dem Gewässer angekommen, sind wir schon fast enttäuscht, denn es dauert ein paar Minuten bis wir an der Wasseroberfläche konzentrische Ringe entdecken. Dann taucht tatsächlich ein Schnabeltier auf, schnappt kurz nach Luft und ist wenige Sekunden später auch schon wieder unter Wasser verschwunden.

Dankbar verabschieden wir uns nach diesem Erlebnis von dem Rentner-Ranger und machen uns auf den Weg in den angrenzenden Eukalyptuswald. Mit etwas Glück „spotten“ wir hier Koalas.

Am Eingang werden wir von einer, freundlichen Rangerin empfangen, die uns Tipps gibt, wo wir die kleinen Fellknäule finden könnten. Unsere ersten Koalas sind nicht schwer zu erkennen. An einem Baum direkt am Eingang gibt es ein kleines Baumhäuschen mit einer Wärmelampe. Hier werden kranke oder schwache Tiere aufgepäppelt.

Bei den wild lebenden Artgenossen wird es da schon schwieriger. Unser Glück: die Eukalyptusfresser sind nicht gerade die aktivsten. Haben sie erstmal einen Baum gefunden, dessen Blätter schmecken, bleiben sie dort oft den ganzen Tag. Und so wurden drei Koalas heute schon von anderen Besuchern gesichtet.

Damit auch nachfolgende Besucher die Chance haben die Tierchen zu sehen, hat die Rangerin entlang des Wanderweges bunte Schilder aufgehängt, die signalisieren, dass irgendwo in der Nähe ein Baum steht, auf dem ein Koala sitzt. Tatsächlich hätten wir ohne die Schilder wohl keinen einzigen entdeckt. Zwischen den Zweigen und Blättern der hohen Eukalyptusbäume sind die Koalas echt schwer zu erkennen – aber dafür einfach sooooo süß anzuschauen!

Die Liste der australischen Tiere, die wir nach nur wenigen Wochen in  Canberra bereits gesehen haben, ist schon ganz schön lang. Und wer uns hier in Oz besuchen kommt, der sollte definitiv auch einen Abstecher in das Tidbinbilla Reservat machen, denn hier sagen sich Platypus und Koala nicht nur “Gute Nacht”, sondern auch den Besuchern “Guten Tag”!

 

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